Claudia Barth

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"Düsseldorf macht, wie viele andere Städte auch, einen Verdichtungsprozess durch. Kaum freier Platz - für Bauinvestitionen wird nun auf die zahlreichen Innenhöfe zurück gegriffen. Wo einst in kleinen Hinterhof-Betrieben handwerklich gearbeitet wurde, entstehen Studios, Ateliers, Büros, Luxuslofts. Der Wandel von materieller zur immaterieller Arbeit schlägt sich im Stadtbild nieder. In ehemalige Arbeiterstadtteile nahe der Innenstadt wird investiert, Nachverdichtungspotenzial ausgelotet und sogenannte instabile Nutzung eliminiert. Hier und Da eine Ausstellung von ortsansässigen KunststudentInnen, bevor die nicht-lukrativen Objekte abgerissen und Brachen bebaut werden. Eine gute Gelegenheit, dem Investor oder den heranzulockenden Mietern bei einem Glas Weisswein das Gelände nochmals zu zeigen und die Junkies an den Stadtrand zu drängen. Die Zwischennutzungen, ob in Form von Ateliers oder Ausstellungen, stehen oft in einseitigem Nutzen. Die KünstlerInnen müssen nach kurzer Zeit das Feld räumen und Platz für Profit machen. Die Investoren aber schlafen ruhig, da die Räume in der Zwischenzeit nicht verwüstet oder besetzt werden. Zudem verdienen sie Geld an einer Immobilie, um deren Instandhaltung sie sich nicht kümmern müssen. KünstlerInnen lassen sich immer wieder als Vorhut der Gentrifizierung benutzen und merken dabei oft nicht einmal, dass sie sich dadurch selbst aus bezahlbaren Gegenden verdrängen. Auf der Brache neben dem Moskauer Park wird unter dem Titel "Instabile Nutzung" ein Banner gehisst, auf welchem sich Menschen und Tiere wie auch Hybride den Raum zurück erobern. Vor dieser Kulisse wird ein Chor der Investoren und Kreativen auftreten."
(Claudia Barth)